Architekturwettbewerb

Von August 2014 bis Februar 2014

 

DIE VORGABEN AN ARCHITEKTUR UND FREIRAUMGESTALTUNG

Die Empfehlungen aus dem kooperativen Verfahren der Fachleute und Entscheidungsträger bilden gemeinsam mit den spezifischen Anforderungen der Institutionen des Areal Heumarkt – Hotel InterContinental, Eislaufverein Wien, Wiener Konzerthaus – die Vorgaben für den Architekturwettbewerb.
Grundlage für die Einreichungen der Architekturbüros – und für die Beurteilung der Expertenjury – ist eine 100-seitige Auslobungsbroschüre zum Projekt Areal Heumarkt.
 

 

DIE BEBAUUNGSSTUDIEN

Gefordert wird darin ein architektonisches Konzept für:
  • die Neugestaltung eines im Bewusstsein der Bevölkerung stark verankerten, bedeutenden Areals, gelegen im Randbereich der Kernzone des Weltkulturerbes „Historisches Stadtzentrum von Wien“
  • die Schaffung attraktiven Freiraums – zum Verweilen einladender öffentlicher Raum mit reibungslosen Verknüpfungen und Wegen
  • die Neugestaltung der Fläche des Wiener Eislaufvereins und der notwendigen Nebenräume und Außenanlagen
  • ein Hotel (Bewahrung des Bestands oder Neubau) mit Flächen für Konferenzen, Gastronomie und Sporteinrichtungen
  • Büro- und Wohnflächen

WIENER EISLAUFVEREIN

Die Anforderungen wurden vom WEV selbst formuliert:
  • 6.000 m² Freiluft-Eisfläche
  • ca. 7.000 m² ergänzende Räume, inklusive
  • Indoor-Trainingshalle mit 1.800 m² Eisfläche

HOTEL INTERCONTINENTAL WIEN

Zielvorgabe: wieder „Wiens bedeutendstes Kongresshotel“ zu werden
  • Hotel der gehobenen Kategorie
  • Kapazität zumindest wie derzeit (459 Zimmer und Suiten)
  • Ergänzende Funktionen wie Konferenz, Sport und Spa
 

HALBÖFFENTLICHE NUTZUNGEN

Konferenz, Sport, Gastronomie, Geschäfts- und Dienstleistungsflächen
  • Konferenzbereich, der auch unabhängig vom Hotel genutzt werden kann
  • Multifunktionaler Veranstaltungssaal sowie flexible kleine und mittlere Tagungsräume
  • Turnhalle (für benachbarte Schulen und Sportvereine)
  • Sportanlagen
  • Gastronomieflächen für ein breit gefächertes Publikum, attraktive Gastgärten

BÜRO- UND WOHNFLÄCHEN

Vor allem die Wohnungen sollen die auch im öffentlichen Interesse gelegenen Investitionen wirtschaftlich realisierbar machen
  • Büroflächen in geringem Ausmaß: „Musik-Cluster“ für Institutionen mit Bezug zum Wiener Konzerthaus
  • Wohnungen für dauerhaften Aufenthalt
  • „Serviced Apartments“ (für Aufenthalt von einigen Tagen bis zu einem Jahr)

DIE TEILNEHMENDEN ARCHITEKTURBÜROS

24 hoch qualifizierte Büros aus Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Finnland, Spanien, Norwegen, Niederlande, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Brasilien, Argentinien und den USA wurden eingeladen, Vorschläge auszuarbeiten.

 

Die 1. Stufe

Hier finden Sie die Entwürfe aller 24 eingeladenen Architekturbüros. Im ersten Schritt waren die Teilnehmer aufgefordert ihre städtebaulichen Gesamtkonzepte vorzulegen. Den Teilnehmern wurde dabei frei gestellt, ob sie die Erhaltung oder einen Abriss und Neubau des Hotelgebäudes vorsehen.

DIE 24 PROJEKTE DES WETTBEWERBS STUFE 1

 

Die 2. Stufe

Hier finden Sie die Entwürfe der sechs Architekturbüros, welche als Finalisten der 1. Stufe von der Jury ausgewählt wurden. In der zweiten Verfahrensstufe wurden konkrete Gestaltungsvorschläge ausgearbeitet.

 

DIE 6 AUSGEWÄHLTEN PROJEKTE

 

Siegerprojekt

Teammember Siegerprojekt ARCHITEKTUR: Isay Weinfeld Arq. Urb. Ltda. Sao Paulo, Brasilien
FREIRAUMPLANUNG: Isay Weinfeld Arq. Urb. Ltda. Sao Paulo, Brasilien

2. Platz

Teammember 2. Platz ARCHITEKTUR: Atelier d’Architecture Chaix & Morel + Associes Paris, Frankreich
FREIRAUMPLANUNG: DnD Landschaftsplanung ZT KG
 

 

Anerkennung

Teammember Anerkennung ARCHITEKTUR: Querkraft Architekten ZT GmbH Wien, Österreich
FREIRAUMPLANUNG: MAN MADE LAND – Berlin, Deutschland

 

Teammember ARCHITEKTUR: Zeytinoglu ZT GmbH Wien, Österreich
FREIRAUMPLANUNG: Land in Sicht – Büro für Landschaftsplanung Wien, Österreich
 

 

 

Teammember ARCHITEKTUR: O&O Baukunst Wien, Österreich

 

Teammember ARCHITEKTUR: Max Dudler Berlin, Deutschland
FREIRAUMPLANUNG: Atelier Loidl Berlin, Deutschland

Das Siegerprojekt

AUS DER JURY-BEGRÜNDUNG:

„Grundidee des Projekts ist das Weiterbauen der Stadt, ausgehend vom bestehenden InterContinental-Hotelbau. Die hier weitergeführte Stadtidee komponiert solitäre Baukörper zu einem Ensemble, das als Komposition sowohl in Verhältnis und Proportion seiner Elemente zueinander wie zum Kontext insbesondere des Konzerthauses und des Stadtparks funktionieren muss. Diesem Anspruch wird das Projekt gerecht.

…Ruhe und elegante Unaufgeregtheit des Entwurfs…Potential eines belebten öffentlichen Raumes…sehr stadtverträglich…Idee dieses Stadtraumes, der wie ein „1. Rang“ zum Eislaufplatz schaut…städtisch-öffentlicher Charakter des Decks…“

ISAY WEINFELD ARQ. URB. LTDA. SAO PAULO, BRASILIEN:

www.isayweinfeld.com

Bereits 1993, nach seinem Studium der Architektur an der School of Architecture der Mackenzie University in São Paulo, gründete der Brasilianer Isay Weinfeld sein Büro und zeichnete sich von Anfang an durch die Bandbreite seiner Arbeiten aus. Neben der Lehrtätigkeit, er ist Professor für Architekturtheorie, nahm er auch an vielen Ausstellungen teil – unter anderem 2004 an der 26. Internationalen Biennale in São Paulo – und geht mit seinem Design von Möbel bis zu großen Wohnbauten und Hotels immer neue, überraschende Wege. Besonderes Aufsehen erregte er mit dem visionären und mehrfach preisgekrönten Wohnprojekt „360 °“, das er letztes Jahr ebenfalls in São Paulo fertig stellte. Das Gebäude besteht aus 62 Einzelhäusern mit Gärten, die übereinandergestapelt werden und sich in alle Richtungen öffnen.

Weinfeld ist aber auch für sein minimalistisches Möbeldesign bekannt, das sich durch klare, eckige Linien auszeichnet. Seine Bauherren wählt Weinfeld in der Regel sehr genau aus – und er beansprucht denselben Respekt, den er ihnen entgegenbringt. Kai-Uwe Bergmann, vom dänischen Büro BIG, kann dies nicht nur bestätigen, er ergänzt: „Isay ist ein sehr emotionaler, gefühlvoller Mensch, das macht sich auch in seiner Architektur bemerkbar. Mit komplexen Aufgaben kann er deswegen sehr gut umgehen“. Besonders hervorzuheben ist auch die Komposition beim Wiener Projekt, die Wilfried Kühn als klar und räumlich beschreibt: „Punkt, Linie, Fläche“. Auch Markus Allmann bestätigt: „Wir haben auch diskutiert, welches Projekt noch in zehn Jahren Bestand haben kann. Weinfeld konnte mit einer Selbstverständlichkeit überzeugen, die allen seinen Bauten zu Grunde liegt. So als würde man sich wundern, dass nicht alle anderen genau dasselbe machen.“

Download Portfolio von Isay Weinfeld