Kooperatives Städtebauliches Expert_innenverfahren

JULI BIS NOVEMBER 2012

 

Ein besonderes Verfahren für ein besonderes Projekt an einem besonderen Ort: Um den vielfältigen Wünschen und Erwartungen an eine Neugestaltung des Areal Heumarkt gerecht zu werden, wurden neue Formen der Entscheidungsfindung gewählt.

Auf Initiative der Stadt Wien starteten Anfang 2012 zwei Hearings mit Fachleuten zum Projekt Areal Heumarkt. Im Rahmen dieser Hearings wurde das „Kooperative Städtebauliche Expertinnenverfahren“ als die optimale Methode der Entscheidungsfindung für dieses komplexe Projekt ausgewählt.

Zwischen 2. Juli und 22. November 2012 arbeiteten in diesem kooperativen Verfahren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wien, Akteure des Areals sowie Expertinnen und Experten für Städtebau im Interesse einer optimalen Entwicklung des Projekts zusammen. Jedes Planungsteam bestand aus jeweils zwei Architekturbüros und einem wissenschaftlichen Experten, die gemeinsam die Aufgabenstellung innerhalb des Teams in kooperativer Weise bearbeiteten. Abgeschlossen wurde das kooperative Verfahren mit klaren Empfehlungen hinsichtlich der Bebauung des Areal Heumarkt. Diese Empfehlungen wurden in die Vorgaben für den Architekturwettbewerb übernommen.

 

Planungsgruppe 1

  • Rüdiger Lainer + Partner
  • BWM – Architekten
  • Univ.-Prof. Dipl.-Arch. Christoph Luchsinger

Planungsgruppe 2

  • Querkraft Architekten
  • Ao. Univ.-Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr. Erich Raith
  • Ao. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Christian Kühn

Planungsgruppe 3

  • Zeytinoglu ZT GmbH
  • Freimüller Söllinger Architektur ZT GmbH
  • Ao. Univ.-Prof. Doz. Mag. Dr. August Sarnitz

Diskussion & Beurteilung

  • Magistratsabteilungen
  • Politik (Stadt und 3. Bezirk)
  • Expert_innen für Städtebau
  • ICOMOS
  • WertInvest
  • Wiener Konzerthaus
  • Wiener Eislaufverein
  • Hotel InterContinental Wien

 

 

DIE EMPFEHLUNGEN AUS DEM KOOPERATIVEN VERFAHREN

Als Résumé des kooperativen Verfahrens hat das Expertengremium für die künftige städtebauliche Weiterentwicklung des Areals folgende Leitaspekte empfohlen:

Weiterverfolgung zweier möglicher Szenarien: „Arbeiten mit dem Bestand“ (eine bauliche Weiterentwicklung unter Belassung der Hotel-Hochhausscheibe des Hotel InterContinental) und „Neubau“, Bebauung am Heumarkt: Gebäude mit gleicher Traufhöhe (= Höhe der Fassade) wie das Konzerthaus Wien plus zurückgesetzter Dachgeschoß-Niveaulage für die Eis- und Freifläche des Eislaufverein Wien:
Moderate Absenkung mit nutzerfreundlicheren Zugangszonen; Schaffung attraktiver öffentlicher Räume und guter Durchwegung des Areals als wesentlicher Mehrwert für Stadt und Bevölkerung; Verbreiterung und attraktive Gestaltung des Gehsteigs der Lothringerstraße als Pufferzone zum Schutz der Freiflächen; ein zusätzliches Bauwerk nahe der Kreuzung Lothringerstraße/Johannesgasse, das höher ist als das derzeitige Hotel InterContinental. Referenz für den Maßstab: der Ringturm am Schottenring (73 m)

 

VORTEILE UND QUALITÄTEN FÜR DIE STADT UND IHRE BEWOHNERINNEN UND BEWOHNER

Die Neugestaltung des Areal Heumarkt folgt in erster Linie dem Ziel, den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern öffentlichen Raum zurückzugeben. Bauliche Barrieren und Zugangshindernisse im Areal zwischen Hotel InterContinental, Wiener Eislaufverein und Konzerthaus Wien sollen beseitigt werden.
Eine attraktivere und bessere Vernetzung der Wege und Plätze miteinander soll differenzierte Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen. So kann die wertvolle historische Stadtlandschaft respektiert und im Maßstab bewährter, existierender Bausteine umsichtig ergänzt werden.

 

 

DIE BEBAUUNGSSTUDIEN AUS DEM KOOPERATIVEN STÄDTEBAULICHEN EXPERT_INNENVERFAHREN

Über 30 Entwürfe von 6 Architekturbüros wurden im Rahmen des kooperativen Städtebaulichen Expertinnenverfahrens in Form von Bebauungsstudien dem Beurteilungsgremium des vorgelegt.