News Archiv

Buchpräsentation, 30.08.2014

Seit 1964 Tor zur Welt – Das InterContinental Wien

Das InterContinental Wien feiert 2014 sein 50-Jahr-Jubiläum.

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Ein guter Grund, die beeindruckende Geschichte des Hauses Revue passieren zu lassen. Als erstes Hotel einer internationalen Kette in Wien setzte es neue Maßstäbe in der lokalen Hotellerie und gab als Gründungsmitglied des Hofburg Kongresszentrums erste Impulse für den Kongressstandort Wien.

Im neuen Buch „Tor zur Welt | InterContinental Wien“ beleuchten Erich Bernard, Severin Corti, Michael Fleischhacker, Ulrike Jürgens, Lilli Licka, Iris Meder, Georg Rigele, Georg Schmid und Jan Tabor die vielschichtigen Aspekte des Hotels und seines zeitgeschichtlichen Kontexts.

Newsletter WertInvest, 25.08.2014

Das Hotel InterContinental Wien feiert 50 Jahre – und die Planung der Neugestaltung geht zügig voran

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Sehr geehrte Damen und Herren,

1964 wurde es – unter großem öffentlichen Interesse – feierlich eröffnet: das Hotel InterContinental Wien. Für die InterContinental Hotels Group, gegründet 1946 von der amerikanischen Fluglinie Pan Am, war es als das 23. Hotel weltweit vielleicht einfach ein weiterer Standort, für Wien (und Österreich) bedeutete es allerdings einen Meilenstein: Das erste Hotel einer internationalen Kette in Wien, und mit seinen ursprünglich 504 Gästezimmern auf 12 Stockwerken das größte Hotel Österreichs. Das „InterCont“ setzte über die bloße Dimension hinaus Maßstäbe: in der lokalen Hotellerie, in der Entwicklung Wiens zu einem der begehrtesten Kongressstandorte, im gesellschaftlichen Leben der Stadt, in der DNA dieses Standorts, die seit jeher von Sport, Musik und geselliger Gastlichkeit bestimmt ist.

Gefeiert wird diesen Herbst mit dem Erscheinen eines Buches, das die große Geschichte des Hotels aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Diese Durchleuchtung der Vergangenheit lässt uns alle die Arbeit an der Zukunft noch intensiver erleben. Denn es ist ja einer der Grundgedanken des Projektes, die prägenden Merkmale dieses Standortes weiterzudenken, in ihrer Besonderheit zur Geltung zu bringen und optimal nutzbar und zugänglich zu machen. Genau darum geht es derzeit in der Detailplanung, die in enger Zusammenarbeit derzeit vor allem mit dem Wiener Eislaufverein und dem Konzerthaus erfolgt. In intensiven Gesprächen werden die jeweiligen Anfordernisse, Wünsche und Vorstellungen abgewogen und fließen evolvierend in die Planung ein. Eine schöne, eine spannende Aufgabe. Und eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Ihnen hier einmal – einfach so zwischendurch– für ihr Know-How, ihr Engagement und ihre (ja, auch das!) Geduld zu danken, ist mir ein Anliegen.

 

Ihre

Daniela Enzi

Newsletter WertInvest, 21.03.2014

Großes Interesse für die Ausstellung: 2000 Interessierte besuchten die Ausstellung zur Vorstellung des Sieger-Projektes

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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit rund 2000 Besucherinnnen und Besuchern konnte die Ausstellung zur Vorstellung des Sieger-Projektes großes Interesse verbuchen – ich danke herzlich allen die sich die Zeit genommen haben die Ausstellung zu besuchen und sich mit dem Verfahren, den Einreichungen und dem Entwurf des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld auseinanderzusetzen. Und ich danke allen, die uns ihre Fragen, Meinungen und auch Bedenken mit auf den weiteren Weg gegeben haben. Für uns sind das wichtige Anregungen – die ganz besonders jetzt, in der Phase der Detailplanung, wertvoll sind.

Denn zahlreiche Fragen müssen jetzt in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro ausgearbeitet werden, nicht alles kann in einer Wettbewerbseinreichung (wie detailliert sie auch sein mag) abschließend geklärt sein. Ich zähle daher auf Ihr Verständnis, wenn ganz konkrete Fragen, die in der Ausstellung gestellt wurden, teilweise lediglich mit einem derartigen Hinweis auf die Detailplanung beantwortet werden konnte.

So ist etwa absolut sicher, dass die Eislauffläche in ihrer vollen Größe von 6000 Quadratmetern erhalten bleibt. Die genaue Lage und Konfiguration wird nun, auch in Abstimmung mit dem WEV erarbeitet. Auch die oftmals gestellte Frage, wie die Abgrenzung der Eislauffläche zum öffentlichen Bereich erfolgen wird, ist zu klären. Wobei das Siegerprojekt von Isay Weinfeld mit der öffentlichen Terrasse, die über dem Niveau der Eislauffläche liegt, eine wunderschöne Möglichkeit bieten wird, den Eisläuferinnen und Eisläufern zuzusehen.

Ähnliches gilt für die neue, große Eishalle: Selbstverständlich wird sie in einer Form geplant, die für alle Nutzer (also auch kleinere Eishockey-Gruppen) passend ist.

Viele Fragen kamen auch zur Verkehrs-Situation. Hier möchte ich ein mögliches Missverständnis gleich vorweg ausräumen: Im Rahmen des Projektes ist weder eine Verlegung von Verkehrsströmen von der Lothringerstraße auf den Heumarkt geplant, noch eine Verengung der Lothringerstraße. Kurz gesagt: Wie das Verkehrskonzept zeigt, kann schon durch eine Verschiebung der bestehenden Fahrspuren der Lothringerstraße eine deutliche Verbesserung erreicht werden. Und noch eine viel gestellte Frage: Ja, die Tiefgarage des Hotels InterContinental wird vergrößert, um zusätzliche Parkmöglichkeiten zu schaffen, und selbstverständlich wird auch für die Frage des Zubringerverkehrs (Busse) ein Konzept erarbeitet.

Die Details hinsichtlich der Gestaltung der Heumarkt-Seite des Ensembles werden nun erarbeitet – zusammen mit der Stadt, dem Bezirk und den Institutionen.
Wir werden Sie laufend informieren. Zunächst hier, auf unserer Webseite: Jene Fragen, die die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung am häufigsten gestellt haben, wurden von uns in Themenbereiche zusammengefasst und werden in den kommenden Wochen detailliert beantwortet.

 

Bleiben wir in Verbindung!

Ihre
Daniela Enzi

Newsletter WertInvest, 07.03.2014

Alle Informationen zum Wettbewerb online

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ausstellung zum Wettbewerb “Areal Hotel InterContinental Wien/Wiener Eislaufverein/Wiener Konzerthaus” läuft noch bis Sonntag, 9. März (und konnte mit Stand gestern erfreuliche 1500 BesucherInnen verzeichnen) – ab sofort sind nun die Informationen zum Verfahren, zu den Einreichungen und selbstverständlich zu den prämierten Entwürfen auch online abrufbar:
http://www.phase1.de/projects_icv_results.htm

Hintergrundinformationen zum gesamten Projekt finden Sie hier auf unserer Webseite, wo wir auch weiterhin über die jeweils aktuellen Entwicklungen und Ereignisse berichten werden. Bei Fragen oder Wünschen wenden Sie sich bitte gerne an mich.

 

Mit bestem Dank für Ihr Interesse

Ihre
Daniela Enzi

Einladung von WertInvest, 28.02.2014

3. Ausstellung Der Architekturwettbewerb. Die Zukunft Hotel InterContinental Wien

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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Freude laden wir Sie herzlich zur – mittlerweile dritten – Ausstellung über die Neugestaltung des Areals Hotel InterContinental Wien/Wiener Eislaufverein/Wiener Konzerthaus ein. Präsentiert werden die Einreichungen der 24 österreichischen und internationalen Architekturbüros sowie das von der Jury ausgewählte Siegerprojekt.

DAS AREAL :
HOTEL INTERCONTINENTAL / WIENER EISLAUFVEREIN /WIENER KONZERTHAUS
DER ARCHITEKTURWETTBEWERB
DIE ZUKUNFT

Freitag, 28. Februar bis Sonntag, 9. März 2014, 11 bis 20 Uhr
Gespräche mit Projektbeteiligten: täglich 17 bis 19 Uhr

Ort: Hotel InterContinental Wien
Ehemalige Wäscherei (Souterrain) erreichbar über Haupteingang Hotel InterContinental
Johannesgasse 28, 1030 Wien

Die Ausstellung bietet auch Gelegenheit, die bisherigen Schritte Revue passieren zu lassen und das nunmehr abgeschlossene Wettbewerbsverfahren im Detail nachzuvollziehen. Die Architekturbüros hatten die Aufgabe, ein Gesamtkonzept für das 15.400 Quadratmeter große Areal zu entwickeln, das den Anforderungen der hier ansässigen Institutionen Wiener Eislaufverein, Wiener Konzerthaus und Hotel InterContinental gerecht wird. Darüber hinaus soll ein Stadtraum entstehen, der viel Freiraum bietet, eine Verbindung der Innenstadt mit dem dritten Bezirk schafft, und vielseitige Möglichkeiten eröffnet für Sport- und Musikerlebnisse und Freizeitaktivitäten. Diese werden hier seit dem 19. Jahrhundert in enger Verbindung ausgeübt; den Mittelpunkt des Ensembles wird weiterhin die rund 6.000 Quadratmeter große Freiluft-Eislauffläche des WEV bilden. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Ausstellung besuchen und uns Ihre Meinung wissen lassen – an den Ausstellungstagen besteht zwischen 17 und 19 Uhr die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch.

Das Programm zur Ausstellung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre
Daniela Enzi

Building Blogs

Klaus Wolfinger, 13.10.2015

Welterbe Wien Blickbeziehungen und Canaletto-Bilder

Das Thema "Weltkulturerbe" ist ein heikles; und wird meist dann zum Argument, wenn es um das Bewahren und Erhalten geht. Dass der Aspekt "Weltkulturerbe" sich nicht nur auf Höhen, Blickbeziehungen und Canaletto-Bilder reduzieren lässt, sondern durchaus auch konstruktiv und als Teil einer Entwicklung der Stadt betrachtet werden kann, argumentiert Rudolf Zunke aus der Stadtbaudirektion – Gruppe Planung. Doch auch Wien musste erst lernen - und sich der Auszeichnung des Weltkulturerbes bewusst werden.

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Manuela Hötzl im Gespräch mit Rudolf Zunke

Was bedeutet der Status "Weltkulturerbe" für Wien??
Mir ist immer wichtig darauf hinzuweisen, warum Wien überhaupt Welterbe geworden ist und was Wien im Gegensatz zu vielen anderen Welterbestädten besonders macht. In Wien geht nicht um den Schutz von singulären Bauwerken, wie etwa in Köln, wo der Dom unter Schutz steht; oder in London, wo unter anderem der "Tower of London" geschützt wird. Der große Unterschied liegt darin, dass hier ein komplettes Stadtensemble als Welterbe nominiert wurde. Und bevor eine solche Nominierung zu Stande kommt, gibt es ein intensives Procedere, um die sogenannte Einmaligkeit herauszuarbeiten.

 

Was macht also die Authentizität der Stadt Wien aus?
Im Gutachten der UNESCO heißt es: Wien steht für die Entwicklung einer europäischen Stadt und für ein Stadtbild, in dem die Geschichte in außerordentlicher, hoher Qualität und Quantität ablesbar ist. Es gibt so viele Baustile, die in der Stadt aufeinandertreffen, vom Mittelalter, über die Gotik und Renaissance bis hin zur Moderne. Für mich heißt das, dass sich hier Stadtentwicklung und der Schutz der Welterbes in keinster Weise ausschließen, sondern sich ? im Gegenteil ? bedingen. Der Status des ?Weltkulturerbes? kann nicht ?Stillstand? bedeuten, oder das Ende dieser Entwicklung. Das muss man so festhalten, weil ?Weltkulturerbe? oft als Vehikel der Bewahrer benutzt wird, die die konservative Meinung vertreten, dass alles so bleiben muss, wie es ist. Das entspricht nicht dem Status des Weltkulturerbes von Wien.

??Dem gegenüber steht zum Beispiel die Meinung von Dietmar Steiner, dass Wien sich der UNESCO nicht unterwerfen sollte, und den Status Weltkulturerbe gar nicht braucht.?

Das ist das andere Extrem. Ich sehe meine Aufgabe darin, ein Verständnis zu erzeugen, das nicht zu einem einfachen "Schwarz-Weiß"-Denken führt. Außerdem: Wer ist die UNESCO? Ein Komitee, das sich einmal im Jahr trifft, und eine Haltung zu vertreten hat. Das Komitte sagt sinngemäß: Städte wie Wien sind durchaus mit einem lebendigen Organismus zu vergleichen und haben sich auch weiter zu entwickeln. Die Damen und Herren der UNESCO sind nicht unbedingt so extrem konservativ, wie manche glauben zu wissen. Deswegen ist mir wichtig, dass Positionen, die oft aus Unwissenheit bezogen oder als Instrument benutzt werden, um die eigenen Vorstellungen plakativ zu untermauern, mit Argumenten entgegenzuwirken. Man muss den Hintergrund, die Philosophie dahinter kennenlernen. Und die ist eben nicht konservativ. Weltkulturerbe bedeutet nicht ein Glassturz über die Stadt zu setzen. Und es gibt längst genügend Beispiele, die das hier auch zeigen. Das ?k47? Gebäude der Architekten Henke und Schreieck, oder das neue Topazz Hotel von BWM. Das heißt es geht. Jede Zeit braucht seine Architektur. Und Dietmar Steiner muss man entgegenhalten, dass auch die UNESCO sich gegen den "Fassadismus" und die pseudohistorischen Gebäude der 70ziger und 80ziger ausspricht. Entwicklungen sollen durchaus an Bauten erkennbar sein und sich nicht im vorauseilenden Gehorsam anpassen. Das Weltkulturerbe ist kein Klotz am Bein, sondern vielmehr eine Chance über ein Projekt in vielerlei Hinsicht sensibler und umfassender nachzudenken.??

Auf welchen Werten beruht die Philosophie einer Weltkulturstadt dann? Bzw welche Kriterien gilt es zu beachten? In Bern wird zum Beispiel die Dachlandschaft geschützt. ?
Das ist in Wien sicher ein sehr sensibles Thema. Grundsätzlich muss man hier aber unterscheiden: Abgesehen vom Welterbe gibt es auch Schutzbestimmungen- und Zonen, die wiederum ein Grund sind, warum Wien überhaupt Weltkulturerbe geworden ist. Schutzzonen sind im Bebauungsplan rechtlich verankert. Die Projekte werden architektonisch und aus Sicht des Denkmalschutzes beurteilt - Einzelfälle dann zudem noch von der MA19 in einem gewissen Ermessensspielraum bewertet. Die Dachlandschaft ist wichtig und ein feinfühliger Umgang ist Strategie der Stadt Wien. Aber ich komme gerade aus Graz, wo es die größte zusammenhängende mittelalterliche Dachlandschaft gibt, die im Original noch erhalten ist. Das ist in Wien natürlich nicht der Fall. Und: die Dachlandschaft war kein Kriterium für das Weltkulturerbe.??

Und doch hat es immer wieder Kritik an den verschiedenen Dachausbauten gegeben.?..
Sicher hat es in den 90ziger Jahren einige, und auch größere Dachausbauten, gegeben. Das wäre jetzt aber nicht mehr möglich. Seit 2003/4 hat die Stadt Wien (und das hat wiederum durchaus mit der Nomierung zum Weltkulturerbe zu tun) die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne für den Innenstadtbereich geändert. Penthäuser, hohe Ausbauten etc. sind damit nicht mehr möglich. Das war aber nicht unbedingt gleich sichtbar, weil viele bereits eine Baugenehmigung für Projekte schon hatten, die erst viel später realisiert wurden.??Der Anfang als Weltkulturerbestadt war aber durchaus auch holprig. Wie Wien-Mitte gezeigt hat. Wie darf sich man sich als eine Diskussion mit der UNESCO vorstellen?

Hat man aus der Debatte - oder dem Schlagabtausch bei Wien Mitte - gelernt??
Das Wesentlichste aus dieser ersten Erfahrung: reden, reden, reden - und mit dem Bewusstsein informieren, dass es vielleicht nicht immer einen Konsens geben kann; aber dass verschiedene Sichtweisen existieren, die man "mit offenen Karten" diskutieren kann. Und ganz wichtig: Wien ist sich seiner Verantwortung und der Ehre bewusst geworden. Es ist eine Auszeichnung auf dieser Liste des Weltkulturerbes vertreten zu sein. Wie oft in Wien, musste man diesen Prozess erst vollziehen. Anfangs hat man es mehr oder minder zur Kenntnis genommen. Den Wert ist man sich erst später bewusst geworden. ??

Das heißt man präsentiert der UNESCO nicht mehr ein Projekt, sondern bezieht sowohl den Aspekt des Weltkulturerbes, als auch die Protagonisten in die Projektentwicklung ein??

Vor allem bei einer Projektentwicklung in der Innenstadt sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Wie vorher den Denkmalschutz, gibt es jetzt eben auch den Aspekt des Welterbes mit zu planen. Und im letzten Jahr kam das neue Hochhauskonzept hinzu, das eine ganz andere Methodik als das vorherige Konzept von 2002 vorgibt. In diesem gibt es keine restriktiven Ausschlusszonen mehr, sondern dort es geht mehr um die Qualitätsdiskussion, den Mehrwert etc. Deswegen wurde jetzt auch beim Eislaufverein, ein kooperatives Verfahren gestartet, bei dem Herr Prof. Lipp, der österreichische Vertreter der Icomos, von Anfang an dabei war. Auch Informationen und weitere Entwicklungen werden nun ständig ausgetauscht. Man ist gesprächsbereit.??

Warum kommt es dann gerade beim Projekt InterCont Wien zu der Turmdebatte??
Dass sich bei diesem Projekt die Diskussion gerade auf den Turm und dessen Höhe fixiert ist schade.?Mir fehlt eine Qualitätsdebatte. Schließlich geht es um viel öffentlichen Raum der hier definitiv eine Aufwertung erfährt. Und man darf nicht vergessen, dass Wien nicht zuletzt als Musikstadt den Weltkulturerbestatus erhalten hat. Das Konzerthaus ist dabei ein ganz wesentlicher Aspekt und Teil des Projektes. ??Das "Gesamtpaket" wird Ihrer Meinung nach öffentlich zu wenig diskutiert. ? Sichtbeziehungen und Höhe sind natürlich wichtig. Es kann nur nicht sein, dass man allein damit argumentiert - oder das Projekt auf diese Themen reduziert. Im Fall des Eislaufvereins geht es um viel mehr. Und auch die UNESCO versteht, dass man hier mit einem privaten Investor verhandelt, der definitiv bereit ist, viel an Mehrwert für die Stadt mitzuentwickeln bzw. auch zu finanzieren.

??Wie geht es dann weiter? Wie beurteilt die UNESCO die Höhe und was ist mit dem Canaletto-Blick??
Die UNSCO wird sich das Projekt vor Ort noch genau ansehen und beurteilen. Aber die UNESCO hat keine Bauordnung. Wir haben mit dem Gremien der UNESCO bereits in den Jahren zuvor über mögliche Höhenorientierungen entlang des Donaukanals und des Wienflusses diskutiert. Da zeigte sich, dass bedingt durch die Kriegszerstörungen und den danach stattgefundenen Wiederaufbau Höhen von rund 70 Metern in diesem Bereich vorstellbar sind. So wird dieser Stadtraum bereits durch zahlreich Hochhäuser geprägt (News-Tower: 75 Meter, Uniqua: 75 Meter, Wien-Mitte 74 Meter). Aber wie schon erwähnt, sind Sichtbeziehungen natürlich wichtig. Dabei gibt es aber keine exakten Vorgaben. Es geht dabei, neben den Blickbeziehungen, vor allem um das "Weichbild" der Stadtsilhouette und deren Authentizität. Der Canaletto-Blick sollte jedoch nicht alleine im Vordergrund der Stadtbild-Diskussion stehen. Der gemalte Canalettoblick ist nicht Abbild einer Realität. Damals schon nicht; und heute auch nicht. Vor 250 Jahren als das Bild gemalt wurde, herrschte der idealtypische Blick mit einer Sichtachse vor. Da ist maßstäblich und perspektivisch geschummelt worden und die Ringstraße war noch gar nicht gebaut. Ganz abgesehen von der Kärntnerstraße, dem Graben oder anderen größeren Teil der Wiener Innenstadt, die erst nach Schleifung der Stadtmauern entstanden sind.??

Das Weltkulturerbe wird aber nicht, wie in manchen Medien kolpotiert, aufs Spiel gesetzt??
Auf keinen Fall. Dass das Thema ?Welterbe? vielleicht auf Grund der Unwissenheit als Vehikel verwendet wird, um ein Projekt zu verhindern oder auch zu ermöglichen, hat nichts mit der eigentlichen Idee und Philosophie die Stadt als Ganzes zu betrachten zu tun. Und bei den Akteuren hat sich in den letzten Jahren ein Bewusstsein entwickelt, dass eben das Welterbe kein Klotz am Bein ist.

Daniela Enzi, 15.06.2015

Matt spricht mit Jan Tabor

DAS INSTITUT FÜR KUNST UND WELT beehrt sich ZUM GESPRÄCH IN DER BAR DES HOTEL INTERCONTINENTAL am 15. Juni 2015, 18.00 Uhr einzuladen.

Zur Sendereihe “Matt spricht mit …” auf W24

Daniela Enzi, 09.06.2015

Gerald Matt mit … Lilli Hollein im InterCont Wien

Aus der W24-Sendereihe: Gespräch im Hochhaus – vom 08. Juni 2015
Kulturmanager Gerald Matt spricht mit Architektur- und Design-Expertin Lilli Hollein.

Hier geht es zum Video auf W24

Daniela Enzi, 27.05.2015

Pressestimmen zur Zustimmung des WEV

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Eislaufverein für Hochhaus-Projekt
Der Eislaufverein hat für das umstrittene Hochhaus-Projekt am Heumarkt gestimmt, soweit es den Verein betrifft. Geplant ist dabei auch eine neue Anlage mit Garderoben. Der Investor will jetzt mit den Detailverhandlungen über die Verbauung beginnen…

Mehr auf: ORF.AT


WEV – Presseaussendung

22.5. Verhandlungen WEV mit Wertinvest gehen in zweite Runde
Bei der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung wurden die Mitglieder über den aktuellen Stand der Verhandlungen und über die konkreten Vereinbarungen (Flächen und ihre Zuordnungen für die Zeit nach einem Umbau) informiert.

Die Mitgliederversammlung stimmte den Flächen und ihren Funktionszuordnungen zu und beauftragte das Verhandlungsteam mit der Fortsetzung der Gespräche mit Wertinvest.

Zum Pressetext des WEV

Daniela Enzi, 26.05.2015

Planung der Sportstätten überzeugt die WEV Generalversammlung

Rund ein Jahr wurde seit der öffentlichen Präsentation der Pläne zur Neugestaltung des Areals Eislaufverein/InterContinental/Konzerthaus gearbeitet - ein Jahr der intensiven Gespräche mit allen Beteiligten, vor allem natürlich mit Eislaufverein, Konzerthaus und den ExpertInnen der Stadt und des Bezirks.

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Ein Jahr des gemeinsamen Feilens an den Details?, zieht Projektleiterin Daniela Enzi, Geschäftsführerin des Projektplaners WertInvest, Bilanz. Diese Arbeit überzeugte vergangene Woche die Mitglieder des Wiener Eislaufvereins (WEV): Sie bewerteten, wie der Verein in einer Aussendung bekannt gibt, die den Eislaufverein betreffenden Flächen- und Funktionszuordnungen positiv und beauftragten das Verhandlungsteam des WEV mit der Fortsetzung der Gespräche mit Grundeigentümer und Projektplaner WertInvest.

 

Neben der völligen Neugestaltung und technischen Erneuerung der rund 6.000 Quadratmeter großen Freiluft-Eislauffläche sowie der Garderoben- und sonstigen Räumlichkeiten des WEV ist die Errichtung von zwei unterirdischen Eissporthallen vorgesehen, die ganzjähriges Eishockey-, Eistanz und Eiskunstlauftraining möglich machen. Gegenüber der bestehenden, relativ kleinen, Eishalle ein Zugewinn, der den SportlerInnen modernste Trainingsmöglichkeiten bietet. "Nun gilt es", so Daniela Enzi, "die noch offenen wirtschaftlichen und juristischen Details zu konkretisieren. Der Pachtvertrag mit dem Wiener Eislaufverein soll auf 99 Jahre verlängert werden".

Parallel wird der aus dem Wettbewerbsverfahren als Sieger hervorgegangene Entwurf des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld auch in allen anderen Bereichen konkretisiert. Was im Winter - wie bisher - ein großer Eislaufplatz ist, soll in Zukunft im Fru?hling, Sommer und Herbst ein attraktiver, öffentlicher und damit frei zugänglicher Platz werden. Ein Erholungs- und Freiraum, der etwa auch dem Konzerthaus die Möglichkeiten musikalischer Darbietungen geben soll. Konzerthaus-Direktor Matthias Naske betonte gegenüber dem ORF die Absicht der Wiener Musik-Institution, mit den gewohnt hohen qualitativen Ansprüchen neue musikalische Impulse für die Stadt zu entwickeln.

Die mit neuen Nutzungen verknüpfte jährlich statt findende "Verwandlung" des Eislaufplatzes stellt hohe Anforderungen an Planer, Techniker und Gestalter. "Unser gemeinsames Ziel: Im Winter den wahrscheinlich schönsten Eislaufplatz der Welt, im Sommer einen entspannten Ort der Begegnung von Erholung, Musik und Sport zu schaffen", umreißt Enzi die Vision. Für den dritten Bezirk sei das mit Gesamtkosten von an die 300 Millionen Euro verbundene Projekt eine große Chance, erklärt Bezirksvorsteher Erich Hohenberger: "Unsere traditionelle Attraktion Eislaufplatz wird noch attraktiver und vor allem sichtbarer und erlebbarer, was aus den öffentlichen Budgets nicht zu finanzieren wäre. Durch die Öffnung des Grundstücks im Sommer wird ein neuer Frei- und Erholungsraum im 2. Bezirk geschaffen, der die seit Jahren gewu?nschte Durchwegung zum Erlebnis macht und den Beethovenplatz organisch an das Reisnerviertel heranrückt."

Die Grundidee des Architekten Isay Weinfeld bietet dafu?r eine großartige Basis: Der Entwurf sieht vor, die ebenerdigen Zubauten des Hotelgebäudes abzureißen, die Heumarkt-Seite des Areals nicht mehr (wie derzeit) abzuriegeln und neue Wege zwischen Ring und dem dritten Bezirk schaffen. Eine von Weinfeld konzipierte "Stadt-Terrasse" vergrößert den ganzjährig nutzbaren öffentlichen Raum beträchtlich und ergänzt die Freiluft-Eislauffläche um eine frei zugängliche "Tribüne". Das Erdgeschoss verbindet die Zugänge zu den unterschiedlichen Nutzungsbereichen: Eislaufverein, Hotel, Konferenzzentrum, weitere Sportangebote wie etwa Sportclub, Schwimmbad, Schul-Turnsaal sowie die Freiflächen.

Daniela Enzi, 10.05.2015

ORF Beitrag zum Weltkulturerbe am Standort Hotel InterCont

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Weltkulturerbe in Gefahr? | 23:14 Min.

?Am Heumarkt, in prominenter Lage der Wiener Innenstadt, soll ein 73 Meter hoher Turm errichtet werden. Zum Projekt gibt es viel Kritik einer Bürgerinitiative und einer Gruppe von Architekten. Der Status der Umgebung als Weltkulturerbe sei bedroht, Anrainerrechte würden nicht berücksichtigt und man wundert sich, dass öffentliche Verkehrsflächen in die Planungen einbezogen seien. Vertreter der Bürgerinitiative “Stadtbildschutz” diskutieren mit der Sprecherin der Investorengruppe und Experten (Text: ORF).

Mit Statements von Herbert Rasinger und Hannelore Schmidt (Initiative Stadtbildschutz), Christian Kühn (Professor für Gebäudelehre, Architekturhistoriker), Daniela Enzi (Geschäftsführung Wertinvest), Dietmar Steiner (Direktor Architekturzentrum Wien) uva…

Daniela Enzi, 24.04.2015

Anrainer: Konzerthaus - Statement von Christian Konrad, Präsidenten des Konzerthauses.

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Ich habe zum InterContinental Wien eine doppelte Beziehung - einerseits bin ich Mitglied des Konzerthauses, andererseits wohne ich in der Lothringerstraße/Ecke Lisztgasse; bin also auch Anrainer und sehe auf das Areal und das Hotel.? Persönlich bin ich allem Neuen aufgeschlossen. Ich bin sicher niemand der sagt, dass sich grundsätzlich nichts ändern darf. Im Gegenteil: Damit alles so bleibt wie es ist, muss sich ununterbrochen etwas ändern. Das ist meine Lebenserfahrung.

 

Im Konzerthaus bin ich vor einem Jahr eingestiegen - vor dem Wettbewerb - also noch ohne konkreten Projekt. Die Kommunikation mit dem Projektentwickler war damals schon auf sehr hohem Niveau. Alle waren informiert und aufgeschlossen.?

Mit den geplanten Änderungen für das Areal können wir sehr gut umgehen.? Der Turm ist dabei nicht von entscheidender Bedeutung. Es ist ja schon jetzt einer da, wenn man so will. ??Für uns, als Konzerthaus, war immer klar, dass der Eislaufverein der wichtige Punkt in der Entwicklung ist. Die Drehung in Richtung Platz bedeutet natürlich eine Veränderung in der Lothringerstraße - aber die Verbreiterung des Gehsteigs kommt uns sicher zugute, weil der Zugang zum Konzerthaus damit erleichtert wird. ??Auch der geplante Durchgang zwischen Eislaufverein und Konzerthaus gefällt uns. Da gibt es auch schon Ideen uns dort baulich zu öffnen. Die Fassadenöffnungen sind da, ein Zugang von dieser Seite ist ohne großen Aufwand realisierbar. Wir diskutieren außerdem eine Kooperation im Bereich der Gastronomie - die wir gemeinsam mit unserem jetzigen Pächter planen. Also ich sehe den Projektfortgang mit Zuversicht entgegen. ?

Wir hoffen jetzt, dass Behörden und Politik - nach den nächsten Wahlen - das Projekt
vorantreiben. Ich bin auf vier Jahre gewählt, ein Jahr ist schon vorbei - vielleicht erlebe ich es ja noch im meiner Amtszeit …???

Dr. Christian Konrad (*1943) war unter anderem von 1994 bis 2012 Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes; und sitzt nach wie vor in Aufsichtsräten wie etwa der von Agrana, Albertina, Siemens, Do & Co oder KURIER.?
Seit Jänner 2014 ist Konrad Präsident des Vereins Wiener Konzerthausgesellschaft.

Manuela Hoetzl, 09.04.2015

Debatte für eine Qualität

Der Architekt Martin Kohlbauer war Juror im kooperativen Verfahren und blick mit uns zurück - und in die Zukunft:

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Sie waren im kooperativen Verfahren vom InterCont Wien dabei. Wie haben sie dieses Verfahren erlebt?
Ja, ich war im kooperativen Verfahren als Juror geladen, das heißt, ich war schon von Beginn an involviert und habe das Verfahren als sehr gut organisiert erlebt - sowohl in der Breite der Inhalte und Themen, als auch in der Auswahl der beteiligten Personen. Das ist nicht selbstverständlich bei solch einem Großprojekt. Ich habe mich dort jedenfalls sehr engagiert und mich auch für den darauffolgenden Wettbewerb beworben, kam allerdings nicht in die Auswahl.

Und warum hat es dann, ihrer Meinung nach, schon früh Kritik zu dem Verfahren gegeben? Viele Punkte, wie auch den Investor oder die Kubatur betreffend…
Der allererste Kritikpunkt hat die erste Ausstellung betroffen. Die Präsentation muss wohl etwas unglücklich gewesen sein. Das kann passieren und wurde in der Folge auch relativiert. Das Thema der Kubatur kenne ich selbst von verschiedensten Wettbewerben. Die Wirtschaftlichkeit kann man ja bei keinem Projekt vernachlässigen. Wenn man Qualität bauen will, darf man jedoch nicht die größtmögliche Dichte ausnutzen. Ich denke aber, dass bei diesem Areal um das InterCont Wien der Bauherr auf Qualität setzt.

Der Wettbewerb ist ja entschieden: Was sagen sie zum Ergebnis und dem Projekt von Isay Weinfeld?
Die Ergebnisse, wie auch viele andere Beiträge, des Wettbewerbs, zeigen in den Kubaturen viele Erkenntnisse aus dem kooperativen Verfahren. Die Lösung von Isay Weinfeld ist dahingehend ebenso keine Überraschung. Was gut ist und das Verfahren auch rechtfertigt.
Ich glaube, der Architekt Isay Weinfeld ist ein Glücksfall für Wien und diesen Standort. Er ist ein feinsinniger und sensibler Architekt, mit beeindruckendem Oeuvre - was die Ausstellung im Architekturzentrum Wien ja gezeigt hat. Ich glaube er ist genau der Richtige - außerdem in dieser Stadt unabhängig. Das ist gut für dieses Projekt, wie sich dies in der Diskussion zeigt.

Wo liegen für sie die besonderen Qualitäten des Projekts von Weinfeld?
Gut aus meiner Sicht ist, dass das Projekt Vorhandenes weiterentwickelt und die Scheibe in die Gesamtkomposition einbezieht - und zwar ganz unaufgeregt und harmonisch. Das Ensemble zeichnet sich auch dadurch aus, das es keine Rückseite, sondern nur "Vorderseiten" hat. Persönlich bin ich zwar kein Freund von ausladenden Sockelzonen, aber im in diesem Fall ist es nachvollziehbar und für die Nutzung tatsächlich ein großer Vorteil – auch in stadtperspektivischer Hinsicht Richtung Konzerthaus.

Und ist der Turm ihrer Meinung nach zu hoch?
Die immerwährenden Debatten um Höhe finde ich fragwürdig. Wien wächst - auch in die Höhe. Städtebauliche und architektonische Qualitäten sind jedoch nicht nur über die Gebäudehöhe zu erörtern. Das gilt auch für die Diskussion um das Weltkulturerbe. Neu und Alt muss nebeneinander existieren und natürlich miteinander kommunizieren können.

Also Weltkulturerbe wäre für sie kein Thema?
Das Weltkulturerbe immer an Einzelprojekten festzumachen, halte ich für eine große Fehlentwicklung. Die Debatten sind gut, ein kritisches Gegenüber auch - aber die Klaviatur, auf der man spielt, sollte nicht dazu verwendet werden, etwas nur schlecht zu reden. Die Debatte sollte helfen zur richtigen Qualität zu finden.

Wie lässt sich eine Debatte in Wien sachlich führen? Und warum sind gerade private Investoren immer wieder in der Kritik? Vor allem, wenn es um Profit geht?
Da gibt es, gerade in Wien, ohnehin ein großes Missverständnis. Hier darf grundsätzlich nichts profitabel sein. Wir als Architekten brauchen aber Investoren, wir brauchen Bauherrn. Der Architekt muss Haltung haben und eine starke Persönlichkeit sein. Isay Weinfeld hat, wie ich glaube, diese Eigenschaften. Es braucht einen hohen Anspruch, ansonsten sollte man nicht antreten. Der gewonnene Wettbewerb bildet eine gute Basis - jetzt muss man es auch gut zu Ende bringen. Die Kritik ist nicht nur negativ zu bewerten. Man kann nur hoffen, dass es hier keine verhärteten Fronten gibt der Bauherr weiter bereit ist, eine offene Diskussion zu führen.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren in Wien verändert?
Ich kann mich erinnern, dass es schon vor mehr als fünfzehn Jahren Foren gegeben hat, wo breit und offen über die Stadtentwicklung diskutiert wurde. Damals habe ich des Öfteren angemerkt, dass Wien endlich den Mut aufbringen sollte, sich zu einer Metropole zu bekennen - und nicht immer zum Schluss die Bremse einzulegen. Diese Handbremsen sind in letzter Zeit gelöst worden. Da hat sich in Wien vieles getan. Ein wenig Selbstbewusstsein muss man schon haben!

www.martinkohlbauer.com

Manuela Hoetzl, 23.03.2015

Die Entwicklung der Stadt - Die Stadt der Entwickler?

Veranstaltungsort: Architekturzentrum Wien – Podium
Mittwoch, 18. Feber 2015, 19 Uhr

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Diskussionsrunde mit:
Christian Kühn, Studiendekan TU Wien, ao Professor am Institut für Architektur und Entwerfen, TU Wien
Christoph Luchsinger, Professor am Institut für Städtebau,
Landschaftsarchitektur und Entwerfen, TU Wien
Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien
Dietmar Steiner, Direktor Az W
Silja Tillner, Architekten Tillner & Willinger
Bernd Vlay, studiovlay / Lina Streeruwitz
Klaus Wolfinger, Jurist und Konsulent für Projektentwicklung
Moderation: Anh-Linh Ngo, Redakteur ARCH+

Stadt entsteht durch das Zusammenwirken vieler verschiedener Akteure, u.a. PolitikerInnen, StadtplanerInnen, ArchitektInnen, NutzerInnen und nicht zuletzt InvestorInnen, wobei unterschiedliche Interessen oft zu Konflikten führen. Große kommerzielle Projekte, bei denen Gewinnmaximierung vor dem Interesse an einer funktionierenden Stadt steht, sorgen immer wieder für heftige Debatten, werden aber schließlich als Schicksal der Stadtentwicklung akzeptiert. Gibt es einen Ausweg aus der scheinbar unlösbaren Unvereinbarkeit von öffentlichen und kommerziellen Interessen in der Stadtentwicklung?

In einer Zeit, in der die Stadtverwaltung Partnerschaften mit privaten Firmen eingeht, hat sich die übergeordnete Rolle der öffentlichen Verwaltung geändert. Welche Instrumente gibt es oder sollte es geben, um bei kommerziellen Projekten neben Qualität auch einen Mehrwert für die Stadt und die Öffentlichkeit zu sichern? Auch ArchitektInnen und Architekturzentren tragen Verantwortung dafür, das ?architektonische und städtebauliche Gewissen des Kapitals? zu wecken. Denn schließlich sind Investoren wichtige Akteure in der Stadt, die nicht verschwinden werden, die wir aber beeinflussen müssen.

Manuela Hoetzl, 16.03.2015

Die Stadt als Kollektiv

Der Schweizer Architekt, Städteplaner und Publizist Christoph Luchsinger - seit 2009 Professor für Städtebau und Entwerfen an der TU Wien - hat bereits im September die von ihm konzipierten, neuen Hochhausleitlinien für Wien präsentiert und zur Diskussion gestellt. Ganz im Sinne einer transparenten Stadtplanung, die Luchsinger als Kollektiv und als stete Verhandlung begreift. Die Hochhausleitlinien wurden mittlerweile vom Gemeinerat beschlossen ? nicht ohne Kritik der Öffentlichkeit. Im Interview erklärt Luchsinger die Heransgehensweise, die Fragen des Mehrwerts, der öffentlichen Transparenz und die Komplexität einer (nicht) planbaren Stadt.

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Sie haben mit ihrem Team ein neues Hochhauskonzept für die Stadt Wien erstellt - oder besser - die Leitlinien von 2002 erweitert. Was sind für sie die wesentlichen Punkte des verbesserten Hochhauskonzepts?
Drei zentrale Aspekte liegen dem Hochhauskonzept zu Grunde. Erstens haben wir eine städtebaulich-morphologische Gesamtbetrachtung zu Grunde gelegt, die verschiedene Bereiche morphologischen Zuschnitts darlegt. Zweitens haben wir uns zu den unterschiedlichen Nutzungen von Hochhäusern, von Dienstleistung bis Wohnungen, Gedanken gemacht, um daraus spezifische Mehrwerte zu formulieren. Der dritte Punkt gilt der Frage des Planungsprozesses - von den Anfängen bis zur Realisierung. Damit diese Prozesse im Interesse und in der Einbindung der Öffentlichkeit, die Qualität sicherstellen.

Zur Frage des Mehrwerts: Wie lässt sich dieser verhandeln und einfordern?
Das ist einerseits ein juristisches Thema - wobei die rechtliche Sicherstellung mit der in Kraft tretenden städtebaulichen Verträge in Zukunft besser funktionieren könnte. Damit ist der Stadtplanung ein Instrument gegeben, das man in solchen Fragen anwenden kann. Die Entstehung dieses städtebaulichen Vertrags war nicht einfach, da man sehr genau definieren musste, wann etwas gefordert oder gegeben wird - ohne dass es als Zwangsverordnung erscheint. Aber das ist jetzt möglich. Wenn nun ein privater Projektwerber kommt und etwas realisieren will - und das betrifft nicht nur Hochhäuser - muss er dafür Sorge tragen, dass etwas für das öffentliche Interesse geleistet wird.

Wie kann man öffentlichen Mehrwert definieren?
Situationsabhängig - diese Logik der situations- oder ortsbedingten Entscheidungen unterliegt dem gesamten Hochhauskonzept. Wir unterstreichen immer wieder: Es geht um die Interpretation verschiedener einzelner Standorte und Kontexte, natürlich im Rahmen eines übergeordneten Werks - oder einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. Aber die konkrete Situation ist gerade bei der Mehrwertdiskussion entscheidend. Denn es gibt Standorte, wo zum Beispiel die soziale Infrastruktur völlig vernachlässigt ist; bei anderen geht es mehr um Freiflächen oder öffentlichen Raum. Oder es könnte um die Unterstützung benachbarter Projekte gehen, die den Standort dominoartig aufwerten.

Christian Kühn schreibt in seinem Presseartikel "Tanz der Türme" (30.01.2015): "Der Mehrwert muss in erster Linie ein stadträumlicher und stadtgestalterischer sein. Die Abschöpfung zumindest eines Teils des Widmungsgewinns ist ein anderes Thema, das auf gesetzlicher Ebene so rasch wie möglich umgesetzt werden sollte. Für das aktuelle Projekt eines Turms am Wiener Eislaufverein lässt sich aus dem neuen Hochhauskonzept keine Rechtfertigung ableiten". Wie bewerten sie das Projekt?
Wenn ich die Entwicklung aus Sicht des Hochhauskonzepts anschaue, wird man nicht darum herumkommen festzustellen, dass man dort schon sehr viel unternommen hat im Sinne eines Angebots eines öffentlichen Mehrwerts und der vielgestaltigen Abwicklung eines kooperativen Planungsprozesses. Jetzt kann man sich überlegen, ob das alles zu einem guten Ende geführt werden wird. Die Sommernutzung des Eislaufplatzes zum Beispiel muss wirklich öffentlich und keiner privater Vermarktung unterworfen sein. Dass dann dort ein attraktiver öffentlicher Ort entstehen kann - daran habe ich keine Zweifel. Von der Architektur Isay Weinfelds bin ich ohnehin überzeugt. Als Schweizer ist man spröde Architektur ja auch gewöhnt (lacht).

Und wie beurteilen sie die Kritik zur Höhe des Hochhaus?
Natürlich ist an diesem Standort, im Ringgebiet am Glacis, die Frage der Vorbildwirkung eines Hochhaus in der Größenordnung zu bauen, ein Thema. Und natürlich lässt sich über die geplante Höhe trefflich streiten. Kompositorisch gesehen geht es unter anderem um das Verhältnis zwischen Scheibe und Turm. Städtebaulich gesehen geht es um die Konfiguration des Raumkontextes, aber auch um Fragen der Fernwirkung. Letzteren Aspekt sollte man entwerferisch angehen, nicht einfach aus einer einzigen fixen Perspektive.

Welchen Einfluss hat das Weltkulturerbe bei den Hochhausleitlinien?
Bei der Formulierung des Hochhauskonzepts 2014 war der Konsens aller Beteiligten, dass es nicht unsere Aufgabe sein kann, das Weltkulturerbe zu verteidigen. Das ist Thema der Unesco, bzw. der Icomos. Deren Aufgabe wird es sein, wenn es nötig ist, die Argumente intelligent aufzusetzen, und diese gilt es dann zu diskutieren.
Wir haben festegelegt, dass in den Schutzzonen der MA19 und natürlich in der Zone des Weltkulturerbes, allerhöchste Aufmerksamkeit gefordert ist. Sichtachsen zum Beispiel müssen nach wie vor berücksichtigt und beurteilt werden. Grundsätzlich muss man bei allen Projekten eine sehr kompetente städtebauliche Argumentation bereit haben, um ein Projekt umzusetzen. Das ist unsere Logik des Ganzen. Wir setzen viel mehr auf qualitative, als auf quantitative Lösungen.

Bei der Präsentation der Hochhausleitlinien an der TU-Wien, wurde auch - vor allem vom Zürcher Planer Frank Argast eine möglichst späte rechtliche Sicherstellung diskutiert, um einen Dialog mit den Investoren aufrechtzuerhalten. Das Wiener Publikum argumentierte für eine möglichst frühe Sicherstellung.
Genau das ist der Punkt. Und tatsächlich eine andere Logik. Ich bin sehr froh, dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit unserem Vorschlag gefolgt ist und sich dazu bekennt, die Dinge wirklich auszudiskutieren, und dann erst die Sicherstellung zu leisten. Und nicht umgekehrt. Das ist schon ein Paradigmenwechsel. Wir hoffen, dass das jetzt auch umgesetzt wird.

Sie haben auch an der Diskussion am 18. Februar im Architekturzentrum Wien teilgenommen. Wie sachlich haben die Diskussion - auch im Sinne ihrer Vision eines besseren Dialogs - empfunden?
Die Diskussion war erfrischend, weil sehr unterschiedliche Individuen und Gruppen anwesend waren. Meine Ankündigung, in einen fortlaufenden Dialog einzutreten, werde ich einlösen, vermutlich mittels konkreter Planungsprojekte an der TU Wien unter Einbezug der Öffentlichkeit.

 

Christoph Luchsinger, Univ.Prof. Dipl.-Arch. (*1954 in Rapperswil/Schweiz)
Architekturstudium an der ETH Zürich 1973-1979, Dipl. Architekt ETH
1980-1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für Städtebaugeschichte an
der ETH Zürich bei Prof. André Corboz
1990-1999 Redaktor der Zeitschrift Werk, Bauen+Wohnen
1998-99 Gastdozent für Entwurf an der ETHZ
2003 Gastprofessor an der TU Ljubljana
1992-2009 Dozent an der Architekturschule der Zürcher Hochschule für angewandte
Wissenschaften in Winterthur, Zentrum Urban Landscape.
Seit 1991 Architekturbüro zusammen mit Max Bosshard in Luzern.
Seit 2009 Professor für Städtebau und Entwerfen an der TU Wien.??
2010 bis 2012 Vorstand des Instituts für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen